上海 Shanghai Logbucheintrag 9 / 31.10.2007

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Ein etwas seltsamer Tag geht zu Ende. Der Urlaubscharakter hat sich durch das Weitertouren der Puzik-Family doch ziemlich gewandelt. Deutsch sprechen ist jetzt passe und Englisch auch fast, da außerhalb der Hotels die Wahrscheinlichkeit jemanden mit einigermaßen gutem Englisch eher sehr gering ist. Noch immer wohne ich im Sofitel an der Nanjing Road, was ich anfangs wegen der zentralen Lage als Segen gewertet hatte, ich aber mittlerweile eher schon als Fluch sehen würde. Gerade als Einzelreisender und offensichtlicher Tourist, bzw. Fremdling ist man "Freiwild" für alle Nepper, Schlepper, Bauernfänger, die eben hier Bags, Watches und "Lady Bar" anbieten. Dazwischen gibt es noch die organisierten Bettler "Indian Style" und die Straßenverkäufer die Elektronikspielzeug aufdrängen wollen. Alle sind organisiert und es ist ein interessantes Spiel die Gruppen zu beobachten. Gestern schon hatte ich 2 Stunden dem Treiben zugesehen und heute an gleicher Stelle wieder eine Stunde. Irgendwie auch wieder lustig, da mich nun schon etliche "kennen". Ein Nebenaspekt ist, dass manche der jungen Mädels die mich gestern noch aktiv ansprachen und erzählten wie "handsome" ich sei das nun plötzlich nicht mehr finden, bzw. sagen. Mit Ausnahme der Bettler gibt's nun einen kurzen augenzwinkernden Gruß und ein Lächeln und die "Kaufanmache" bleibt aus. Als ich vorhin aus der Radisson Bar Sky Dome nach Hause bin haben mir zwei der "bekannten" Mädels ganz freundlich zugewinkt und ein gute Nacht gewünscht. Vielleicht sollte ich die Branche wechseln.
Ansonsten außerhalb "meines beobachteten Bereiches" nervt es echt gewaltig, von jedem zweiten angesprochen zu werden. Es ist kaum vorstellbar, aber pro Gang durch 500 m Fußgängerzone bekommst du (egal ob Tag oder Nacht) 3 mal Bags und Watches angeboten und 3 mal "Massasch und Lady Bar". Dazu die Bettler die ihre dressierten Kinder auch noch auf dich hetzen. Meine spoantane Shanghai-Liebe wird dadurch derzeit ziemlich auf die Probe gestellt. Heute Vormitag und am frühen Nachmittag habe ich einen Gewaltmarsch durch das alte Shanghai, sowie durch das französische Viertel unternommen und auch die Edelverkaufsstraße Huaihai durchlaufen. Hätte ich echt meinen Garmin mitnehmen sollen. Positiv zu bemerken ist, dass ich in all diesen Bereichen von niemanden angesprochen, bzw. "bedrängt" wurde. Hätte nie geglaubt, dass es mal soweit kommen würde, dass es mich freut nicht mehr von jungen Frauen angesprochen zu werden. Das riecht derzeit nach einer Beziehungskrise. Shanghai und ich - die Liebe auf den ersten Blick wird nun vom Alltag begrüßt. Bin wahnsinnig gespannt ob wir gestärkt daraus hervorgehen oder das sozusagen ein mentaler One Night Stand war. We'll see. Ich will aber nicht unfair sein, da ich doch wirklich sehr schöne Bilder von verschiedenen Stadtbereichen geschossen habe. Und egal wie weit ich gelaufen bin, habe ich überall pulsierendes Leben und buntes Treiben auf den Straßen erlebt. Vieles davon hat mich doch zuweilen an New York erinnert. Durchhänger hin oder her. Die Stadt hat schon was. Lass mich noch Chinesisch sprechen und schon ist alles wieder gut. Habe parallel wieder China TV an. Meine Soap auf Programm 1. Es ist ein History Soap mit den bösen Japanern und schönen, zarten und geschminkten Chinesinnen die es kampftechnisch mit vielen Japanern aufnehmen. Worunter ihr Aussehen Gott sei Dank nicht leidet. Aber die Produktion und die Kulisse sind so billig und peinlich, dass die noch so viel von der Augsburger Puppenkiste lernen könnten. Mein Wechselbad der Gefühle hält an. Bin ich froh, dass ich Shanghai (oder China) nicht heiraten muß. Meine Antwort heute wäre: "Na ja, ...  im Prinzip, ... irgendwie ...vielleicht, ...).
Heute abend im Radisson gab's übrigens Live Musik und zwei TsingTao vom Faß.
Maybe that's the reason why. Shanghai? To love or not to love? Das ist momentan die Frage!

Oh, sch... sehe gerade im China TV, dass der Ticketverkauf für die Beijing Olympics wegen technischer Schwierigkeiten nicht wie geplant starten kann. Ich hoffe mal, das es hier ein Chinesisches Eventim gibt und wir nur für die Wettkämpfe verantwortlich sind. ;-)

Übrigens: Die Puzik-Family ist wohlbehalten in Sydney angekommen und auch bereits unserer Sensationsbar (Establisment Bar) von 2000 einen Besuch abgestattet. ;-)

 

Greetz and PICs:

 

 

 

 

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